Das FBI beschäftigt sich mit Bitcoin!

Das kürzlich veröffentlichte Paper von dem FBI (zu finden auf wired.com (pdf, englisch)) beschäftigt sich mit Bitcoin. Wir haben uns das Dokument durchgelesen und fassen hier die uns am wichtigsten erscheinenden Punkte zusammen.

Im ersten Abschnitt des Dokuments wird ein Vergleich zu anderen virtuellen Währungen gezogen, im selben Atemzug wird jedoch auch auf die Einzigartigkeit von BTC hingewiesen, hiermit asoziieren die Autoren des Dokuments  auch Geldwäsche, Diebstahl und das Generieren von Geld. Unterstrichen wird das ganze durch die sichere Annahme, dass Cyberkriminelle bald umschwenken werden von ihren altbekannten Zahlungsmethoden zu Bitcoin. Mit betont geringer Wahrscheinlichkeit wird die These aufgestellt, dass Geldwäsche via Bitcoin bald an der Tagesordnung sein wird. Bitcoins werden, so das FBI, gestohlen durch Exploits im Bitcoinclienten oder durch Botnets generiert.

Die Vermutung ist, dass Bitcoins durch die Möglichkeit der anonymen Unterstützung illegaler Gruppierungen immer mehr Cyberkriminelle anziehen wird. Sollte Bitcoin noch bekannter werden, so wird vorausgesagt, dass sie äusserst nützlich werden auch für illegale Aktivitäten ausserhalb des Internets. Es wird auch auf die dezentrale Struktur hingewiesen und das damit verbundene Problem für Autoritäten es zu überwachen. Der logische Schluss daraus ist, dass es Geldwäscher und andere Kriminelle anzieht, so im 5. Abschnitt. Trotz der dezentralen Struktur, ist es mit mittlerer Wahrscheinlichkeit möglich Leute die mit BTC handeln ausfindig zu machen.

Die anschliessenden Seite unterstreicht nochmal warum das FBI sich mit diesen virtuellen Währungen ausseinandersetzt, eben um in Erfahrung zu bringen, wie sie sich für illegale Aktivitäten einsetzen lassen. Darauf folgt eine recht kurze und doch detailierte Beschreibung wie das System Bitcoin funktioniert, es wird erneut darauf hingewiesen wie gut sich Bitcoins nutzen lassen für die Geldwäsche und illegale Aktionen.

Der Kasten „How Anonymous is Bitcoin“ (Wie anonym sind Bitcoins?) beschäftigt sich mit der Anonymität von Bitcoins. Es wird gesagt, dass die tatsächliche Anonymität von Bitcoin von dem Verhalten des Nutzers abhängig ist. Hier wird sich auf eine Studie des „University College Dublin, Ireland“ berufen, welche es geschafft haben mit einer passiven Analyse die IP anhand des PGP Keys herauszufinden. Jedoch empfiehlt die Universität Dublin für die Polizei oder andere Einrichtungen die probieren Bitcointransfers zurückzuverfolgen hier auch sich an zentrale Stellen, wie Marktplätze oder Handelsplattformen zu wenden, da diese meist echte personbezogene Daten gespeichert haben.

Darauf folgt eine Liste der Wege um seine Anonymität mit Bitcoins zu steigern, hier die Punkte:

  • Eine neue Bitcoinadresse für jede Transaktion verwenden
  • Den gesamten Bitcointraffic durch einen Anonymisierungsdienst zu leiten
  • Das Guthaben alter Bitcoinadressen in eine neue Adresse zu verschieben um zu bezahlen
  • Spezielle Geldwäschedienste zu benutzen
  • Eine eWallet zu benutzen
  • Spezielle Clienten zu verwenden, die es für teschnisch nicht so versierte Benutzer einfacher macht Bitcoin-Transaktionen zu anonymisieren

Nun folgt eine Liste mit vielen Möglichkeiten Bitcoins illegal zu nutzen und wie das heute schon an der Tagesordnung steht, es wird u.a. auf Silk Road und LuLzSeC verwiesen. Auf diese Liste folgt eine mit den grossen Bitcoindiebstaehlen die es bisher gab. Die abschliessende Aussicht für Bitcoin, liest sich genau wie die ersten zwei Abschnitte des Dokuments, sollten Bitcoins noch attraktiver werden für Cyberkriminelle, wird es bald viel Geldwäsche, Spenden an illegale Gruppierungen geben. Sollte sich der Umtauschkurs stabilisieren, wird es wohl u.a. genutzt werden für Kinderpornos, Internetglücksspiel oder jeder andere erdenkliche Dienst bei dem von Vorteil ist anonym und schnell zu bezahlen (u.a. Menschenschieber, Terroristen, Geldwäscher).

Zum Abschluss des Dokuments gibt es eine Liste mit den Begrifflichkeiten von Bitcoin und eine ausführliche Beschreibung des Systems.

 

Anmerkung: Dies ist eine freie inoffizielle Übersetzung/Zusammenfassung, btcbase.com übernimmt keinerlei Anspruch auf redaktionelle, inhaltliche oder sonstige Richtigkeit des Textes

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3 thoughts on “Das FBI beschäftigt sich mit Bitcoin!

  1. Es war meines Erachtens zu erwarten, dass wenn sich eine staatliche Einrichtung der USA, welches sich auf die Bekämpfung von Straftaten spezialisiert hat mit diesem Thema beschaeftigt, ein solcher Artikel dabei herauskommt. Ich habe probiert die Zusammenfassung/Übersetzung so objektiv wie nur möglich zu schreiben, ich hoffe es ist mir soweit gelungen. Persönlich finde ich die Punkte argumentativ nachvollziehbar und da hört es dann schon auf. Bitcoin mit Kinderporno oder Terrorismus in Verbindung zu bringen klingt meines Erachtens dann doch schon etwas an den Haaren herbeigezogen (zumindest nach den mir vorliegenden Infos). Nett finde ich die Tipps für User, wie man Bitcoins anonymer nutzen kann, ein definitiver Pluspunkt. Auch die Klärung der Begrifflichkeiten, könnte man so getrost übernehmen. Man sieht deutlich, dass das Dokument einiges an Arbeit gekostet hat, die hätte man auch schön in eine produktiv-positive Richtung lenken können, anstatt sämtliche worst-cases durchzuspielen (war vermutlich jedoch nicht die Absicht) 😉

  2. Der Bericht erzählt nichts wirklich neues. Bitcoins können halt das selbe wie richtiges Bargeld, nur eben ohne persönlichen Kontakt riskieren zu müssen. Interessant fand ich jedoch die Empfehlung „Geldwäschedienste“ zu nutzen ;D Das FBI hat schon einen ganz speziellen Humor. Von eWallet ist eigentlich abzuraten. Cold-Storage ist definitiv besser.

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